Verfasst von: Igelschnäuzchen | 14/12/2009

Gebräuchliche Begehungsstile

Die Bezeichnungen On Sight und Flash findet man in derselben Bedeutung auch beim Bouldern. Eine Begehung nach mehreren Versuchen, wie sie einer Rotpunkt-Begehung entsprechen würde, wird dort nicht näher bezeichnet, da die von Rotpunkt gestellten Bedingungen beim Bouldern bereits den Bedingungen des Freikletterns entsprechen.

Rotpunkt

Der Begriff Rotpunkt bezeichnete ursprünglich das freie Durchsteigen einer dem Kletterer bekannten Kletterroute im Vorstieg in einem Zug, wobei die Sicherungskette nicht belastet wird und alle Zwischensicherungen selbst angebracht werden. Heute werden Durchstiege von Kletterern als „Rotpunkt“ bezeichnet, wenn die Zwischensicherungen bereits eingehängt sind, teilweise sogar das Seil in eine oder mehrere Express-Schlingen geklippt ist. Dies entspricht nicht der ursprünglichen Definition, scheint aber in der Szene und Fachpresse anerkannt zu werden.

Wichtig ist hierbei vor allem das Nicht-Belasten der Sicherungskette, das heißt, die Route muss ohne Sturz, Ausruhen im Seil oder Hochziehen an Haken in einem Zug durchstiegen werden. Das Anbringen von Zwischensicherungen kann je nach Route unterschiedlich schwierig ausfallen: bei Routen, die komplett mit Bohrhaken bestückt sind, sind lediglich Expressschlingen anzubringen, während bei Routen, die teilweise oder ganz selbst abgesichert werden müssen, auch das Legen von Klemmkeilen und anderen mobilen Sicherungsmitteln nötig ist. Der Kletterer darf vor der Rotpunkt-Begehung beliebig oft in der Route klettern. Eine Route mit mehreren Seillängen gilt nur dann für einen Kletterer als Rotpunkt geklettert, wenn er alle Seillängen vorgestiegen ist. Wollen in einer Mehrseillängenroute beide Kletterer einer Seilschaft die Route Rotpunkt begehen, so müssen sie die Route zweimal durchsteigen, wobei jeder Kletterer jede Seillänge einmal vorsteigen muss. Die englische Bezeichnung für Rotpunkt ist Redpoint.

Als Erstbegeher einer Freikletter-Route gilt, wer diese als erster Rotpunkt durchsteigt. Ebenso bezieht sich die Schwierigkeitsbewertung einer Route auf den Rotpunkt-Stil.

Der Begriff „Rotpunkt“ wurde durch Kurt Albert geprägt, der alte Routen, die bis dahin nur technisch geklettert worden waren, mit einem roten Punkt am Einstieg kennzeichnete, wenn ihm eine freie Begehung gelungen war.[1] Die Idee des Freikletterns schaute sich Kurt Albert 1974 bei einem Besuch im Elbsandsteingebirge der dortigen Kletterszene ab. Auch in den USA wurde in diesem Stil geklettert, den der Deutschamerikaner Fritz Wiessner vor dem 2. Weltkrieg aus Sachsen in die USA mitgebracht hatte. Kurt Alberts Meinung nach ist das Legen der Sicherung (Expresse bzw. Klemmkeile, etc.) nicht notwendig für eine Rotpunktbegehung, da dies nur den Kletterfluss hemmt. Insbesondere Routen der oberen Grade werden immer mit eingehängten Expressen „gerotpunktet“.

Flash

Flash bezeichnet die Rotpunkt-Begehung einer dem Kletterer unbekannten Route im ersten Versuch, wobei dem Kletterer Informationen über die Route zur Verfügung stehen, die über allgemein bekannte Fakten wie Name, Schwierigkeitsgrad, Höhe und ähnliches hinausgehen.

„Im ersten Versuch“ bedeutet, dass der Kletterer noch nie in der Route geklettert sein darf, beim Flash hat er aber bereits Informationen über die Route, beispielsweise über gute Rastpositionen oder Positionen zum Anbringen von Sicherungen. Diese kann er unter anderem durch Beobachten anderer Kletterer in der Route, Abseilen über die Route oder durch „Ansagen“ bestimmter Besonderheiten durch Dritte („Beta“) erhalten.

On Sight

Als On Sight, On-Sight oder auch Onsight (engl. „auf Sicht“) bezeichnet man eine Rotpunkt-Begehung einer unbekannten Route im ersten Versuch, wobei der Kletterer außer den allgemein bekannten Fakten keine weiteren Informationen über die Route hat, insbesondere noch keinem anderen Kletterer in der Route zugesehen hat.

Der Kletterer darf hierfür die Route vor dem Versuch lediglich vom Boden aus besichtigen. On Sight ist deshalb der schwierigste der bisher genannten Stile, da hier ein gutes Gespür für mögliche Bewegungsabläufe und/oder eine hohe Kraftausdauer nötig sind, um auch Stellen zu meistern, an denen man nicht den optimalen Bewegungsablauf gefunden hat.

Üblicherweise wird bei Kletterwettkämpfen im On-Sight-Modus geklettert. Hierbei haben die Athleten die Möglichkeit, die zu bewältigende Route zu Beginn des Wettkampfes für einige Minuten vom Boden aus zu begutachten. Allerdings dürfen die Teilnehmer einander beim Klettern nicht zusehen, da die später startenden Athleten dadurch einen Vorteil hätten.

Pinkpoint

Beim Pinkpoint wird im Gegensatz zum Rotpunkt mit bereits installierten Zwischensicherungen geklettert. Allerdings wird heute kaum noch zwischen Pinkpoint und Rotpunkt unterschieden. Vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden wird vorwiegend mit bereits eingehängten Expressen geklettert.

a.f.

Bei einer a.f.-Begehung (a.f.: alles frei oder all free) darf an den Sicherungspunkten geruht werden. Nach dem Ruhen muss aus der letzten Kletterstellung weiter geklettert werden, die der Kletterer innehatte bevor er sich am Haken ausruhte. a.f. ist vor allem im Elbsandsteingebirge gebräuchlich und per Regelwerk anerkannt.[2]. In den anderen Klettergebieten ist es als historischer Begehungsstil bekannt, wird jedoch nicht als Begehung anerkannt, sondern ausschließlich zur Vorbereitung für die spätere Begehung in einem anerkannten Stil benutzt.

Hangdogging

Beim Hangdogging wird nach Belastung der Sicherungskette (das kann auch ein Sturz sein) von der Stelle aus weiter geklettert, an der man sich gerade befindet. Diese Art zu klettern wird gerne zum „Ausbouldern“ von Routen, das heißt zum Ausprobieren verschiedener möglicher Bewegungsabläufe, verwendet.

Rotkreis

Eine Rotkreis-Begehung (in den USA auch Yo-yo-ing genannt) ist die Begehung einer Route im Vorstieg, wobei bei einem Sturz zum letzten Stand, No-Hands Rest (Stelle, an der man ohne Benutzung der Hände stehen kann) oder bis zum Boden abgelassen wird und die Route/Seillänge wieder von Anfang an geklettert wird, das Sicherungsseil aber in den bis dahin eingehängten Zwischensicherungen verbleibt. Dieser aus den USA stammende Stil wurde in Europa vor allem in den 1970er und 80er Jahren verwendet, als die amerikanischen Kletterer im Freiklettern führend waren.

Team Free(style)

In Routen mit mehreren Seillängen sind so genannte Team Free(style)-Begehungen möglich. Dabei steigt eines der Seilschaftsmitglieder eine Seillänge vor, während der andere mit beliebigen Mitteln (auch technische Kletterei oder Steigklemmen sind hier nicht unüblich) nachsteigt. Die Rolle des Vorsteigers kann wechseln, so dass die Mitglieder der Seilschaft am Ende sozusagen eine gemeinsame Rotpunkt-Begehung gemacht haben.

Solo

Bei Solo-Begehungen wird die Route alleine mit Selbstsicherung durchgeführt. Dieser Begehungsstil war vor allem im Alpenraum eine sehr verbreitete Begehungsvariante. Herausragende Vertreter waren Hermann Buhl, Walter Bonatti und Reinhold Messner.

Zusätzlich erschwerende Umstände

Die folgenden Begriffe können den obigen Begehungsstilen hinzugefügt werden, um auszudrücken, dass eine Route unter den entsprechenden Bedingungen begangen wurde.

Clean

Beim Clean-Climbing (engl. auch „Trad“) wird eine Begehung zusätzlich dadurch erschwert, dass alle Sicherungspunkte aus mobilen Sicherungsmitteln (Klemmkeile, Friends und ähnliche) bestehen und nach dem Klettern wieder entfernt werden. Der Zusatz Clean kann jedem der obigen Begehungsstile hinzugefügt werden, um zu kennzeichnen, dass die Begehung rein an mobilen Sicherungsmitteln stattgefunden hat, es kann also beispielsweise auch (wenn auch eher selten) eine Rotpunkt- oder a.f.-Begehung „Clean“ erfolgen.

Clean stellt zusätzliche Anforderungen an den Kletterer, da das Anbringen von mobilen Sicherungsmitteln mehr Zeit und damit mehr Kraft in Anspruch nehmen kann als das simple Einhängen einer Expressschlinge in einen Bohrhaken. Auf jeden Fall aber verlangt es Erfahrung, die Stellen (sogenannte „Placements“) zu erkennen, an denen die Sicherungsmittel sinnvoll eingesetzt werden können, und Vertrauen in die selbst gesetzten Sicherungen.

Free Solo

Als Free Solo bezeichnet man das Klettern einer Route ohne Sicherung, das heißt, ein Fehler würde zum Absturz und damit zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen. Hierbei können natürlich nur die Begehungsstile Anwendung finden, die ohne Belastung der Sicherungskette auskommen, da ja bei Free Solo keine Sicherung vorhanden ist, also Rotpunkt, Flash und On Sight.

Üblicherweise findet beim Free Solo der Rotpunkt-Stil Anwendung, Flash- und On-Sight-Begehungen an der Leistungsgrenze sind äußerst riskant und werden nur von sehr wenigen Kletterern durchgeführt.

Klettern ohne Sicherung über tiefem Wasser (z.B. an Klippen) wird als Deep Water Soloing oder Psicobloc bezeichnet.

Verfasst von: Igelschnäuzchen | 13/12/2009

Kletter-ABC (Erweiterung möglich)

Erweiterungsvorschläge sind sehr gerne willkommen. Einfach in die Kommentare posten.

Abalakov-Schlinge
Sicherungspunkt im Eis, wobei mit Eisschrauben eine Sanduhr gebohrt wird, durch die man eine Reepschnur fädelt. Kommt vor allem beim Abseilen an Eisfällen zum Einsatz.

Ablassen
Herunterlassen des im Seil hängenden Partners auf den Boden oder zum letzten Standplatz durch Seil ausgeben.

Abseilachter –> Sicherungsgerät
Die Sicherung mit dem Abseilachter ist beim Sportklettern häufig. Nachteil ist die geringe Bremswirkung.

Abseilen
Abstieg am fixierten Seil. Dieses wird doppelt genommen, durch den Tube gezogen oder zwei Halbseile werden durch den Abseilhaken gezogen und zusammengeknotet. Mit Hilfe einer Seilbremse (Prusik) gleitet man am Seil nach unten

Absprunggelände
Fläche unter einem Boulder, auf der die Landung erfolgt

Afterwork- Route
Wettkampfroute, in der sich die Akteure vor dem Wertungsdurchgang versuchen dürfen – das Ausbouldern ist erlaubt

Ägypter (oder „Drop-knee“)
starkes Eindrehen, das wandnahe Knie wird nach innen heruntergedrückt

Achter
Kurzform für Abseilachter

Achterknoten
Knoten in Form einer 8, deren gesteckte Form gern zum Befestigen des Seils am Klettergurt verwendet wird

Akklimatisation
sukzessive Anpassung des Körpers an große Höhen (auf Expeditionen, bei Gipfeln ab 3500 Meter zu empfehlen)

Alpines Sportklettern
Übertragung des Sportklettergedankens auf alpine Wände. Meist Absicherung durch Bohrhaken.

Alpinstil
Sportlich hochwertiger Stil in mehrtägigen Routen. Hochlager oder Fixseile werden nicht verwendet, die Route wird in einem Zug (mit Biwaks) durchstiegen.

am kurzen Seil
Sicherungsmethode, die auf Gletschern, von routinierten Bergsteigern auch auf Graten angewandt wird

am laufenden Seil
Zur Zeitersparnis klettern die Partner gleichzeitig, wobei das Seil durch Zwischensicherungen läuft. Nur für Experten, da riskant (vor allem für den Vorsteiger).

auschecken (auch ausbouldern)
die einzelnen Passagen (schwierige Kletterpassagen) einer Route probieren mit dem Ziel, die richtigen Bewegungsabläufe herauszufinden und einzuüben bis man sie klettern kann.

Aufleger (Sloper)
runder Griff, der mit der offenen Hand auf Reibung gehalten wird

Ausgleichsverankerung
Alternative Bezeichnung für Kräftedreieck

Band
mehr oder weniger schmaler, langgezogener Absatz in einer Wand

Bandschlinge
Flaches, nicht elastisches Band aus Nylon mit Haltekräften von meist mehr als zwei Kilonewton. Zu Schlingen vernäht.

Basislager
Bei Expeditionen Ausgangspunkt für die eigentliche Besteigung eines Berges.

Begehungsstile
Art und Weise, unter welchen Bedingungen man eine Kletterei absolviert (rotpunkt, pinkpoint, flash, onsight, solo, free solo, toprope, Vorstieg, lead)

Bigwall
Sehr hohe Wand, früher meist mit technischer Kletterei. Für eine Durchsteigung sind in der Regel mehrere Tage nötig.

Bigwall-Technik
der Nachsteiger klettert nicht, sondern steigt mit Hilfe einer Steigklemme am Seil nach oben (jumarn) und sammelt das Material ein (cleanen).

Biwak
meist frostige Freiluftübernachtung

Biwakschachtel
kleine, alpine Notunterkunft, meist mit Matrazen und Decken

blockieren
1. den Arm in spitzem Winkel fixieren
2. das Seil im Sicherungsgerät arretieren (gegen Durchrutschen sichern)

Bohrhaken (oder engl. bolt)
Haken, der in zuvor gebohrtem Loch befestigt wird. Man unterscheidet zwischen:
- Expansionsbohrhaken
- zementierten Haken
- Klebehaken
Ersterer wird nur im Loch verdübelt, der zweite mit Zement, der dritte mit Zwei-Komponentenkleber fixiert und versiegelt.

Bouldern
klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Eigenständige Disziplin mit kurzer Kletterstrecke, aber höchsten Anforderungen an Maximalkraft, Körperspannung und Motorik

Bouldermatte = Crashpad

Brustgurt
Ergänzung zum Sitzgurt, die bei unkontrollierten Stürzen ein Kippen des Oberkörpers nach hinten verhindern soll (empfohlen bei Touren mit schweren Gepäck = Rucksack, Kindern und auch schweren Kletteren)

Buildering
klettern an Gebäuden, Bushaltestellen und Baustellenkränen

Campusboard
überhängende Holzplatte mit Griffleisten, von Wolfgang Güllich erstmals zum spezifischen Krafttraining eingesetzt

Cams
englischer Begriff für Klemmgeräte

Chalk (engl. für Kreide)
Wird beim Klettern verwendet, um die Griffigkeit der Hände zu erhöhen und den auftretenden Handschweiß zu trocknen. Es ist in gepresster Blockform, als lockeres Pulver oder auch flüssig in Alkohol gelöst (der Alkohol verdunstet sofort) erhältlich.

Chalkbag
umschnallbarer Beutel zur Aufbewahrung von Chalk

Chalkball
durchlässiges, mit Chalk gefülltes Stoffsäckchen zur sparsameren Dosierung (die meisten Hallenbetreiber wünschen die Verwendung von Chalkballs)

Clean Climbing
zur Absicherung werden nur mobile Sicherungsmittel eingesetzt (Klemmkeile, Friends etc.)

cleanen
Einsammeln der Metallwaren durch den Nachsteiger beim technischen Klettern an Bigwalls

Cliff
gebogenes Häkchen zur Fortbewegung beim technischen Klettern (auch Hook, Skyhook)

Clipstick
Teleskopstock mit Halterung für Karabiner zum Klippen von weit entfernten Haken

Couloir
franz. Ausdruck für enge steile Rinnen, die oft mit Eis oder Firn gefüllt sind

Crashpad
gepolsterte, tragbare Matte zur Verletzungsprävention beim Bouldern, Bouldermatte

Dach
Überhang mit horizontaler Neigung

deadpointen (im toten Punkt greifen)
den nächsten Griff am Scheitelpunkt einer dynamischen Hin-Bewegung erwischen

Direttissima
Kletterroute, deren Verlauf annähernd der Gipfelfalllinie folgt

Doppelseil
Oberbegriff für alle Seiltypen, bei denen zwei Seilstränge verwendet werden

Drytooling
das Klettern mit Steigeisen und Eisgeräten auf nacktem Fels

Dynamo (auch: Dyno)
Schwungvolle, schnellkräftige Bewegung des Körpers hin zum nächsten Griff (vom kurzen Anziehen bis zum Megasprung). Wird mit beiden Händen gleichzeitig losgelassen, heißt es Doubledyno.

Eindrehen
Bewegungstechnik, bei der durch Drehen der Hüfte zur Wand in steilem Gelände eine bessere Hebelwirkung und eine größere Reichweite erreicht wird. Außerdem ist so der Körperschwerpunkt näher am Fels.

Einfachseil
Einziger Seiltyp, der für den Vorstieg im Einzelstrang ausgelegt ist.

einhängen (auch klippen oder klinken)
das Seil an Zwischensicherungen in die Expressschlingen einhängen

Eisgerät
kurzer Pickel für steile Eis- und Mixedklettereien, oft gebogener Schaft

Eisschraube
Röhrenförmiges Sicherungsmittel im Eis: innen glatt gefräst, außen ein scharfes Gewinde und an der Spitze mehrere scharfe Zacken. Die Haltekraft einer Eisschraube hängt von der Eisqualität ab (je fester Eis, desto höher die Haltekraft).

Expeditionsstil
Vorgehensweise an hohen Bergen, bei der einzelne Etappen einer Route mit Fixseilen präpariert und Hochlager eingerichtet werden. Sportlich weniger wertvoll als Alpinstil.

Expressschlinge (auch Express, Runner, Exe, Pärchen)
Bindeglied zwischen Seil und Haken (zwei Karabiner, verbunden durch eine kurze, abgenähte Bandschlinge)

Fangstoß
die bei einem Sturz über das Seil auf den Kletterer und die Sicherungskette einwirkende Bremskraft

Figure of Four
Kletterposition, bei der das entgegengesetzte Bein über einen Arm gelegt wird (eine Art absitzen), um statisch eine größere Reichweite zu erzielen

Fingerloch
Griffart: löchrige Vertiefung, die nur mit wenigen Fingern gehalten werden kann. Kommt in verschiedenen Größen vom Einfinger- bis zum Dreifingerloch

Fixieren
einen Griff während einer Bewegungssequenz unter Belastung halten

Fixpunktsicherung
das Sicherungsgerät ist direkt in einen Haken oder sonstigen fixen Punkt (Sanduhrschlinge) eingehängt

Fixseil
fix befestigtes Seil, das vor allem bei Expeditionen als Auf- und Abstiegshilfe fungiert (Sicherung mit Steigklemmen)

Flash
Rotpunkt-Begehung einer Route oder Durchstieg eines Boulders im ersten Anlauf ohne vorheriges Auschecken. Im Gegensatz zum Onsight sind Infos und Tipps aber zulässig, ebenso das Beobachten eines anderen Kletterers in der Route.

Foothook (auch >Hook)
Einsatz des Fußes als Hangelhilfe, indem man in steilem Gelände entweder mit der Ferse (Heelhook) oder mit der vorderen Fußinnenseite (Toehook) am Fels einhakt, zieht oder den Fuß nach unten drückt

free solo
Durchstieg einer Sportkletter- oder Alpinroute ohne Partner und ohne Seilsicherung. Nach strengen Maßstäben darf der free-solo-Kletterer außer Kletterschuhen und Chalkbag nichts dabei haben.

Freiklettern (engl. Freeclimbing)
Zur Fortbewegung werden ausschließlich natürliche Strukturen benutzt. In Abgrenzung zum technischen Klettern, bei dem Haken und sonstige Sicherungsmittel auch zur Fortbewegung verwendet werden. Oft fälschlicherweise als seilfreies Klettern verstanden.

Friends
mobile, in vielen Größen erhältliche Klemmgeräte, zugleich der Name des ersten Geräts dieser Art auf dem Markt

Froschtechnik
ermöglicht einen wandnahen Körperschwerpunkt, indem die Knie nach außen gedreht werden und der Oberkörper über den Füßen „absitzt“

Gletscherbruch
durch starkes Gefälle des Untergrunds bedingter, stark zerklüfteter Abschnitt eines Gletschers

Grat
nach beiden Seiten steil abfallender, scharf geschnittener Bergkamm

Griff
jegliche Struktur, an der man sich festhalten kann, siehe auch Sloper, Leiste, Fingerloch, Zange, Seitgriff, Untergriff, Klemmer

Grigri
halbautomatisches Sicherungsgerät für Einfachseile

Griffwechsel
Wechsel der Greifhand an einem Griff

Grounder
Sturz mit Bodenkontakt (engl. ground) oder Aufprall auf einem zwischengelagerten Band (sollte unter jeden Umsatnd vermieden werden)

Haken
oberbegriff für alles, was einen Schaft und eine Öse besitzt und in den Fels geschlagen oder gebohrt wird

Halbseil
Zweistrangiges Seil mit einer Stärke von acht bis neun Millimeter. Anders als beim dünneren Zwillingsseil darf an jedem Strang ein Nachsteiger gesichert werden.

Halbseiltechnik
vor allem im angelsächsischen Raum praktizierte Seiltechnik, bei der jeweils nur ein Strang in eine Zwischensicherung eingehängt wird

Hardware
in der Regel wird damit die gesamte Kletter- und Outdoorausrüstung außer der Bekleidung bezeichnet

Haulbag
Robuster, schlanker Sack, in dem bei Bigwalls das Gepäck transportiert und der an einem Seil nachgezogen wird (bei manchen Cachern ist der halbe Hausstand darin verpackt – man weis ja nie)

Helm
Vor Stein- oder Eisschlag schützende Kopfbedeckung, die auch bei unkontrollierten Stürzen den Kopf vor größeren Blessuren bewahrt. In alpinem Gelände Pflicht.

Henkel
großer Griff

Hexcentric
Klemmkeil mit sechseckiger Form, meist für breitere Risse (Stammtischwissen)

Highball
sehr hoher Boulder, bei dem ein Abspringen ziemlich gefährlich sein kann

HMS
Abkürzung für Halbmastwurfsicherung. Die Sicherung mit dem Halbmastwurf ist universell beim Sportklettern und Bergsteigen einsetzbar (auch mit Doppelseil). Sie erfordert neben dem HMS-Karabiner kein zusätzliches Gerät, verursacht aber beim Ablassen Krangel im Seil.

HMS-Karabiner
Verschlusskarabiner (Schrauber, Twistlock oder Mehrfachsicherung), der durch birnenförmige Konstruktion ein gutes Handling und Umspringen der Halbmastwurfsicherung gewährleistet.

Hüftgurt = Sitzgurt

jumarn
Mittels zweier Steigklemmen (in der Regel mit Griff) an einem fixierten Seil aufsteigen. Der Name leitet sich von der ersten Klemme dieser Art namens „Jumar“ ab.

Kamin
Felsspalt, in den der gesamte Körper des Kletterer hinein passt und wo dieser sich je nach Breite mittels Stemmtechnik oder Spreiztechnik höherarbeitet.

Kante
einem Grat ähnliche Geländeform, aber steiler bis hin zu überhängend (quasi das Gegenstück zu einer Verschneidung)

Karabiner
rundliches Metallkonstrukt mit Gelenk, das durch seine Öffnung die Verbindung zwischen Seil und Haken herstellt

Kevlarschlinge
kevlarverstärkte und relativ steife Reepschnur mit hohen Haltekräften, gut zum Fädeln von Sanduhren geeignet

Klemmblock
Felsklotz in jeder möglichen Größe, der sich in einem Riss, Kamin oder einer Verschneidung verklemmt hat

Klemmer
Beim Rissklettern essentielle Halteform. Je nach Rissbreite vom Finger- über den Hand- bis zum Faustklemmer.

Klemmkeil
Metallklötze an Stahlseilschlaufen in unterschiedlichen Größen zur mobilen Absicherung (beim technischen Klettern auch zur Fortbewegung), die in sich nach unten verjüngenden Rissen platziert und vom Nachsteiger wieder eingesammelt werden.

Klemmkeilentferner (auch >Nutkey)
dünner, etwa 15 Zentimeter langer Metallstab mit gebogenem Haken an der Spitze zum leichteren Entfernen festsitzender Klemmkeile

Klettergarten
Sportkletterfels mit meist niedriger Wandhöhe und guter Absicherung

Klettertechniken
Oberbegriff für alle erdenklichen Bewegungsmuster beim Klettern

Klippen
Einhängen des Seils in eine Zwischensicherung. Auch als Klinken bezeichnet.

Knoten
Befestigt das Seil am Gurt und damit am Kletterer, bzw. ermöglicht die Sicherung in verschiedenen Positionen (HMS, Achterknoten, Bulin).

kombiniertes Gelände
Wechsel von Fels und Eis, ggf. auch Schnee in einer Seillänge, meist im alpinen Umfeld

Körperschwerpunkt
liegt in der Nähe des Bauchnabels, dass Verlagern desselben ist notwendig, um sich an der Wand fortzubewegen

Körpersicherung
Das Sicherungsgerät ist direkt am Gurt des Sichernden angebracht, dessen Körper beim Sturz des Vorsteigers einen Teil der Energie abbekommt. Beim Sportklettern übliche Sicherungsmethode.

Körperspannung
Vor allem in überhängendem Gelände erforderliche Anspannung eines Großteils der Körpermuskulatur, um Druck auf die Füße zu bringen.

Kräftedreieck
Verbindung von mindestens zwei Haken oder sonstigen Sicherungen mittels Schlinge, in die ein Zentralkarabiner eingehängt wird und an dem Selbstsicherung und Sicherungsgerät angebracht werden. Vorteil: gleichmäßige Lastverteilung, deshalb gut bei schlechten Haken.

Kreuzzug
Klettersequenz, bei der eine Hand über die andere greift (im waagerechten Sinn)

Leiste
Griffart: Absatz für die vordersten Fingerglieder oder gar nur Fingerkuppen, wird je nach Größe halboffen oder mit aufgestellten Fingern gegriffen.

Mantle
Klettertechnik, bei der eine herkömmliche Zugbewegung in eine Stützbewegung übergeht. Oft nötig beim Übergang von steilem in flacheres Gelände.

Nachsteigen
Dem Vorsteiger folgen, ergo mit Seilsicherung von oben und daher ohne Sturzgefahr. Eine Spezialform ist das Toprope- Klettern.

Nähmaschine (auch Elvis)
unkontrolliertes Zittern der Beine beim Klettern durch Kraftmangel, Aufregung oder Angst

No hand rest
Rastposition in einer Route, bei der man mit beiden Händen gleichzeitig längere Zeit loslassen kann

Normalhaken
Alle Haken, die nicht gebohrt, sondern in Risse oder Löcher geschlagen werden. Gängige Typen: Längs- und Querhaken, Ring-, Profil-, Drehmomenthaken.

Normsturz
Sturz mit definiertem Fallgewicht und Sturzfaktor zur Ermittlung, wieviele (Norm-) Stürze ein Seil aushält

objektive Gefahren
Von der Kompetenz des Kletterers unabhängige Gefahren wie Stein- oder Eisschlag, Wettersturz, etc.

offwidth
unangenehm zu kletternde Rissbreite zwischen Faustriss und Kamin

offene Tür
Problem, dass der Körper seitlich von der Wand wegdreht, bedingt wenn der Körperschwerpunkt nicht in der Balance ist

onsight
Freier Durchstieg einer Route oder eines Boulders ohne Belastung der Sicherungskette ohne jegliche Vorkenntnisse der Kletterei (es darf auch niemand anderer beim Durchstieg oder Versuch beobachtet werden).

Pfeiler
vertikal hervorstehende Felsstruktur ähnlich einer abgerundeten Kante

piazen (bei den Franzosen dülfern)
Sich auf Gegendruck höherarbeiten, indem man mit den Beinen stemmt, mit den Armen zieht und sich mit Schulter und Hüfte zum Fels dreht. Oft in Granitrissen erforderlich.

pinkpoint (auch: en libre)
Bezeichnet das Klettern einer Route im Vorstieg, bei der die Expressschlingen schon in den Zwischensicherungen hängen.

Placement
1. Felsstruktur, die das Legen eines Klemmkeiles oder Klemmgerätes erlaubt
2. Möglichkeit, beim technischen Klettern einen Hook oder beim Mixedklettern das Eisgerät zu verankern

Plaisir -Klettern
Af Jürg von Känels Kletterführer-Reihe „Schweiz Plaisir“ zurückgehender Begriff für gut abgesichertes Klettern mit geringen objektiven Gefahren (Genussklettern)

Platte
mehr oder weniger geneigte, relativ glatte und griffarme Wandstruktur

Pof (Kollophonium)
spezielles Harz, das an den Bouldern Fontainebleaus anstelle von Magnesia verwendet wird

Portaledge
stabiles Feldbett (meist inklusive Zelt), das bei bigwalls in der Wand fixiert wird und als Nachtlager dient

Projekt
noch nicht rotpunkt gekletterte Route oder nicht gekletterter Boulder

prusiken
mittels zweier Prusikknoten am Seil aufsteigen

Quergang
horizontal (seitwärts) verlaufende Kletterpassage

Rack
sämtliche Metallwaren, die ein Kletterer mit sich trägt

Reepschnur
Dünnes Seilmaterial (ca. 4 bis 8 Millimeter). Die Festigkeit muss laut CE-Norm Durchmesser2 x 20 betragen.

Reibungsplatte
quasi grifflose, geneigte Platte, bei der mit möglichst viel Sohlenfläche „auf Reibung“ gestanden wird

Reihenschaltung
Methode zum Standplatzbau bei guten Haken. Partner- und Selbstsicherung werden direkt in einen Haken eingehängt und dieser mit weiteren „in Reihe“ verbunden

Rinne
vertikale, schmale und langgezogene Einbuchtung die durch Erosion entsteht

Rippe
stumpfer Grat, der zwei Rinnen voneinander trennt

Riss
Felsspalt, vom Finger- über Hand-, Faust-, Schulter- bis zum Körperriss

Rissklettern
erfordert spezielle Techniken wie klemmen, piazen etc. Häufig im Granit oder Sandstein (Elbsandsteingebirge)

Rocks
gebräuchlichste, vierkantige Klemmkeile

rotpunkt
Gängiger Freikletterstil, bei dem eine Route im Vorstieg von unten nur an Griffen und Tritten und ohne Ruhen in Zwischensicherungen sowie sturzfrei geklettert wird. Nach strenger Definition sind die Zwischensicherungen im Vorstieg einzuhängen.

Route (auch: Tour)
gängigste Bezeichnung für alle Kletterwege, die mit Seil begangen werden – von zehn Meter bis zur 1000-Meter-Wand

Runout
weiter Abstand zwischen zwei Zwischensicherungen

Sanduhr
zwei Löcher im Fels, die in dessen Innern verbunden sind

Sanduhrschlinge
bei ausreichender Festigkeit des Stegs einer >Sanduhr Möglichkeit, eine zuverlässige Sicherung zu basteln

Sauschwanz (auch: Schweineohr)
kringelförmiger Umlenker, in den das Seil direkt eingelegt wird

Scharte
schmale Einbuchtung zwischen zwei Gipfeln

Schlüssellänge
schwierigste Länge einer Route mit mehreren Seillängen

Schlüsselstelle
schwierigste Stelle oder Passage einer Route (Crux)

Schwierigkeitsgrade
abgestuftes Bewertungssystem, um die ungefähre Schwierigkeit einer Route oder eines Boulders zu definieren

Seillänge
Längenmaß beim Klettern. Distanz zwischen zwei Standplätzen respektive zwischen Boden und Umlenker

Seilschaft
Das Team beim Klettern besteht in der Regel aus zwei, öfter auch aus drei, selten aus vier oder gar mehr Personen.

Selbstsicherung
Befestigung des Sichernden am Standplatz

sichern
Die Tätigkeit des Seilausgebens und Einholens und im Falle eines Sturzes das Halten des Stürzenden mit Hilfe eines Seils und eines >Sicherungsgeräts.

Sicherungsgeräte
Helfen dem Sicherer, den Kletterer im Sturzfall mit Hilfe des Seils vor dem Boden zu bremsen und zu halten.

Sicherungsmethode
Art und Weise, den Kletterer per Seil und Gerät vor dem Abstürzen zu bewahren. Siehe auch: Achter, HMS, Stichtprinzip, Grigri

Sicherungskette
Alle mechanischen Bestandteile wie Gurt, Seil, Standplatz, Zwischensicherungen, die den Kletterer vom Boden trennen.

Sicherungsplatte
Sicherungsgerät, mit dem zwei Nachsteiger parallel gesichert werden können, und das einen „Nachstiegssturz“ selbsttätig blockiert

Sinter (-Säulen)
längliche, vertikale Felsstrukturen, die durch Kalkablagerungen (Tropfsteinprinzip) entstehen

Sitzgurt
Feste Textilkonstruktion aus zwei Beinschlaufen, mit einem Gurt um die Hüfte verbunden. In diese Verbindung wird das Seil eingebunden (Gurt, Hüftgurt)

Sitzstart
Tiefer Beginn der Kletterstrecke von Bouldern. Das Gesäß verlässt dabei den Boden zuletzt.

Sloper (engl. slope = Hügel)
Griffart: flache, mehr oder minder gewölbte Felsstruktur, die meist mit offener oder halboffener Hand auf Reibung gehalten wird (auch: Aufleger)

solo Durchstieg
Einer Sportkletter- oder Alpinroute ohne Partner. Seilsicherung ist dennoch möglich, im Gegensatz zum free solo.

Sportklettern
Freiklettern in gehobenen Schwierigkeitsgraden mit meist guter Absicherung

spotten
Aktives Aufpassen auf den Boulderer, wobei der Spotter den Kletterer bei einem Sturz so abfängt, das dessen Füße zuerst den Boden oder die Matte erreichen.

Spreiztechnik
Vor allem in Verschneidungen und Kaminen zum Einsatz kommende Klettertechnik, bei der die Beine weit ausgespreizt werden (oft auf Gegendruck).

Standplatz
Ort, an dem bei Routen mit mehreren Seillängen der Vorsteiger den Nachsteiger sichert und von wo aus der Vorsteiger in die nächste Länge startet.

Steigeisen
Gezackter Schuhuntersatz zum sicheren Fortbewegen in flachem ebenso wie in steilem Eis. Man unterscheidet zwischen Leichtsteigeisen für Gletscherwanderungen und Skitouren, Allroundsteigeisen, die robuster sind, und Extremsteigeisen fürs Wasserfallklettern oder steiles alpines Eis.

Steigklemme
In eine Richtung selbsttätig blockierende Metallkonstruktion für den Aufstieg am Seil (siehe auch jumarn).

Stichtprinzip
Nach dem Prinzip der Stichtbremse (Knicksicherung) funktionieren viele Sicherungsplatten sowie sogenannte Tubes und ATCs.

Sturzfaktor
physikalische Größe, welche die Härte eines Sturzes angibt (Sturzhöhe dividiert durch Länge des ausgegebenen Seils gleich Sturzfaktor)

subjektive Gefahren
Risiken, die aus mangelndem Können oder individuellen Fehlern resultieren

technisches Klettern (engl. aid climbing)
Im Gegensatz zum Freiklettern werden hier nicht natürliche Strukturen, sondern Haken und andere Hilfen zur Fortbewegung benutzt.

Topo
Anstiegsskizze, die den Verlauf einer >Route mithilfe von Symbolen verdeutlicht

Topout
Boulder mit Ausstieg auf einen Felsblock

toprope
Begehung einer Route mit Seilsicherung von oben; der Sichernde steht am Boden, das Seil läuft oberhalb des Kletterers durch eine Umlenkung, im Gegensatz zum Vorstieg

Tradclimbing
(von traditional) angelsächsische Spielform des Kletterns, bei der nur mobile Sicherungsmittel zum Einsatz kommen

Tritt
bezeichnet alles, worauf man stehen kann, und Druck auf die Wand übertragen kann

Trittleiter
flexible, kurze Sprossenleiter, die beim >technischen Klettern in >Haken und sonstiges eingehängt wird, um darauf ein Stück höher zu gelangen

Tropflöcher (>Gouttes d‘eaux)
durch Erosion im Kalk entstandene, nach oben offene, kleine Löcher, oft als Griff bauchbar

Umlenker
Haken (teils mit Karabiner, Sauschwanz oder ähnlichem) am Ende einer Route, an dem man das Seil umlenkt und wieder zum Boden hinabschwebt

Untergriff
Griffart, bei der die Finger nach unten zeigen. Der Griff wird von unten nach oben belastet, der Kletterer verspannt sich zwischen Tritten und Untergriff.

Verschlusskarabiner
Karabiner, bei dem der Schnapper durch einen Verschlussmechanismus gegen selbsttätiges Öffnen gesichert werden kann (Schrauber etc.)

Verschneidung
zwei aufeinanderstoßende Felswände, die eine „Ecke“ im Fels ergeben

Vorstieg (auch: vorsteigen)
Klettern „am scharfen Ende des Seils“; das Seil läuft vom Vorsteiger nach unten und wird von diesem in Zwischensicherungen eingehängt

Waben
vor allem im Sandstein auftretende Felsstruktur aus vielen kleinen, nebeneinanderliegenden Löchern

Wasserrillen
durch Erosion entstehende vertikale „Wellen“ im Fels

Wechselführung (auch überkreuz oder überschlagend klettern)
Die Partner einer Zweierseilschaft wechseln sich in einer Mehrseillängenroute mit dem Vorsteigen ab.

Wechte
auf der windabgewandten Seite eines Grats angehäufte, überhängende Schneemassen

Whiteout
völliges Verschwimmen der Geländekonturen bei Schneefall oder Nebel

Zackenschlinge (auch Köpflschlinge)
Schlinge, die über einen schmalen Felszacken oder ein „Felsköpfl“ gelegt wird

Zange (auch Zangengriff)
Griff, der zwischen Daumen und Fingern gehalten wird

Zonengriff
Griff bei einem Wettkampfboulder, für den der Kletterer wenigstens einige Punkte bekommt, falls er den Ausstiegsgriff nicht erreicht

Zwillingsseil
dünnes Doppelseil (7,5 bis 8 Millimeter stark), das auch im Nachstieg nur im Doppelstrang verwendet werden darf

Zwischensicherung
Jede Sicherung (Haken, Klemmgerät, Sanduhrschlinge), die einen Sturz des Vorsteigers halten soll (in Abgrenzung zu Sicherungspunkten am Standplatz).

Verfasst von: Igelschnäuzchen | 19/06/2009

Schuasta Gangl, 09. Mai.2009

Schuasta Gangl + Da Knieschladderer
Anfang / Mitte Mai.  Wir machen uns als Zweier-Team auf den Weg zur Steinplatte. Im Winter ist besagte Platte ein noch nicht ganz überlaufendes Skieldorado mit Zugängen von deutscher wie auch österreichischer Seite. Auf einer kleinen Mautstraße von Waidring (8€) kommen wir auf den etwa 1600 m hoch gelegenen Parkplatz. Oben angekommen stellen wir fest, dass in diesen Höhenlagen doch noch eine nicht unübersehbare Menge Schnee liegt.

Wir packen unser Gelumpe dennoch aus und machen uns auf den 60 minütigen Einstieg zur Wand.
Auf Grund von Schnee sind Wegmarkierung nicht immer auffindbar, aber wir nutzen unsere Kenntnis aus dem Fähnlein Fieselschweif Jahren und unser GPS , um über mehrere Schnee- und Geröllfelder zum Start von Schausters Gangl zu gelangen. Dort haben wir, in der Maisonne sitzend eine kurze Jause eingelegt und die Aussicht auf die Loferer und Leoganger Steinberge genossen. Danach ging es steil, aber gut machbar die Steinwand hinauf. Der Steig ist gut gesichert (wir waren das mit Helm und Gurt ebenfalls) und wir kamen ohne Probleme gut die Wand hinauf. Die Zwischenstation „ Da Knieschladderer“ ist etwas für Wagemutige, da man viel Luft unter dem Popo hat und zudem viel Armkraft benötigt wird (Selbstbewertung : C)

Für den ganzen Aufstieg haben wir gut 1 Stunde benötigt und immer wieder die grandiose Aussicht genossen. Oben angekommen waren wir dann ganz allein am Gipfelkreuz ( sind ja auch ausnahmsweise früh unterwegs gewesen) und die Horden sollten an diesem Tag erst noch angekraxelt kommen. Den Abstieg erledigten wir in „null komma nix“. Das Skigebiet hatte noch ordentlich Rest- Kunstschnee und so haben wir eine rasante Plastiktüten– Rodelabfahrt bis zur Hauptgondelstation hingelegt.


Fazit: Toller Frühjahrs- Klettersteig, mit wunderschöner Aussicht und nicht übertriebener Bewertung. 
Prädikat: Genuss Via Ferrata

Ach unterwegs kann man auch Cachen, hier die Links:

Genaue Anfahrt & Beschreibung: http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=703

Verfasst von: Igelschnäuzchen | 07/05/2009

Klettersteig Stuibenfall – Ötztal

05.03.2009

 

Der erste nennenswerte Klettersteig dieses Jahr – bei dem ein Klettersteig- Set unabdingbar ist.

Trotz einer Anreisestrecke von gut 120 km haben wir uns an einem herrlichen Sonntag Vormittag ins Auto gesetzt und sind mit einer Truppenstärke von 4 Mann / Frau von Kufstein Richtung Ötztal gestartet. Nach gut 90 min gemütlicher Fahrt sind wir ins Umhausen angekommen.

Parken kann man bei dem kostenpflichten „Ötzidof“ Parkplatz (gut ausgeschildert, Tagesparkgebühr 3€). Wer´s mag kann bei o.g. Alpendisney- Land vorbei schauen. Ich persönlich finde es, von außen betrachtet nicht sehenswert.


Vom Parkplatz aus geht es einen breiten Forstweg 20 min Richtung Stuibenfälle. Im Hochsommer ist hier bestimmt die Hölle los, den der Wasserfall mit seinen 159 m Fallhöhe ist wirklich sehr schön und zudem recht beeindruckend. An der 1. Plattform angekommen trennen sich nun die Wege der Klettersteig eher und der Wanderer. Folgen die Einen dem Serpentinenweg auf der rechten Seite des Wasserfalls berauf, müssen wir uns hier die Sicherheitsgurte anziehen (immer wieder argwöhnische beobachtete von Wander- Muggels) und als 1. Hindernis eine Drahtseil- Hängebrücke überwinden. Nach ein paar Meter durch den Wald, geht es über ein Geröllfeld zum richtigen Einstieg in die Wand. Auf einem sehr gut gesicherten Stieg mit viel Eisen streben wir langsam nach oben. Die gut 300 hm überwinden wir in knapp einer Stunde und trotz einiger Abschnitten die etwas Armkraft kosten erreichen wir alle ohne Probleme das großen Highlight der Tour = die Seilbrücke über die Abbruchkante des Wasserfalls (wer sich nicht traut, kann ganz einfach die Ausstiegsvariante B wählen und bereits hier den Klettersteig verlassen). Kurz danach ist dann auch der Klettersteig zu Ende.

Fazit: Als Route zu Beginn der Saison ist der Klettersteig bei den Stubifall sehr gut geeigent (auch für Kinder). Einigen Passagen sind nicht ohne und erfordern eine gewisse Schwindelfreiheit.

Caches in der Nähe:

 

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